Evangelische - Lutherische

Dreieinigkeits-Kirchengemeinde Escherode Dahlheim Nienhagen Nieste

Wochenspruch für die Woche nach dem Sonntag Invokavit:
Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. (1. Joh. 3,8b)

Umgang mit dem Corona-Virus im kirchlichen Leben:

Termine:

Liebe Gemeindeglieder und Freunde der Dreieinigkeits-Kirchengemeinde Escherode- Nieste,

in unserer Kirchengemeinde finden auch weiterhin keine Präsenzgottesdienste und kein Konfirmandenunterricht statt. Wir bitten um Ihr Verständnis. Bleiben Sie behütet.


Ihre Dreieinigkeits-Kirchengemeinde

Telefonisch sind wir natürlich für Sie da!

sonntäglicher Gottesdienst:

Gottesdienst für zuhause 

In diesen besonderen Zeiten der Einschränkungen laden wir Sie ein, zuhause Gottesdienst zu feiern: ob auf dem Sofa, am Schreibtisch oder am Küchentisch. Machen Sie es sich gemütlich, entzünden Sie eine Kerze, kommen Sie zur Ruhe. Wir sind da und Gott ist da.

 

Liebe Gemeinde!

„Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude“(EG.66) – so heißt es in einem Lied für diese Zeit des Jahres, in der wir das Erscheinen Jesu in unserer Welt feiern. Derzeit erfahren wir viel Unerfreuliches, von den anhaltenden Belastungen durch das Coronavirus bis zu den Ereignissen der letzten Tage in Washington. Lasst uns darum umso mehr den Blick auf den lenken, der Freude in unsere Welt bringt, und diesen Gottesdienst miteinander zuhause feiern im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Gebet (Dietrich Bonhoeffer)

Lob und Dank sei dir für die Ruhe der Nacht, Lob und Dank sei dir für den neuen Tag.
 Lob und Dank sei dir für alle deine Güte und Treue in meinem vergangenen Leben.
 Du hast mir viel Gutes erwiesen, lass mich nun auch das Schwere aus deiner Hand hinnehmen.
 Du wirst mir nicht mehr auflegen, als ich tragen kann.
 Du lässt deinen Kindern alle Dinge zum Besten dienen. Herr, was dieser Tag auch bringt - dein Name sei gelobt. Amen.

 

Predigt

 

1.

„Jesus hat doch aus Wasser Wein gemacht“ – das können viele über Jesus sagen, die das Neue Testament sonst gar nicht kennen. Tatsächlich wird im Evangelium des Johannes von einer Hochzeitsfeier in dem Ort Kana erzählt, wo sich dieses wunderbare Geschehen zugetragen haben soll. Eine solche Hochzeitsfeier wäre derzeit bei uns gar nicht möglich, die Kontaktbeschränkungen verbieten es. Vielleicht hören wir diese Geschichte darum heute mit etwas Wehmut; sie ist das Evangelium für den heutigen Sonntag und steht im Johannesevangelium 2, 1-11:

 

Am dritten Tage war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger waren auch zur Hochzeit geladen. Und als der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus spricht zu ihr: Was habe ich mit dir zu schaffen, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut. Es standen aber dort sechs steinerne Wasserkrüge für die Reinigung nach jüdischer Sitte, und in jeden gingen zwei oder drei Maße. Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan. Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt's dem Speisemeister! Und sie brachten‘s ihm. Als aber der Speisemeister den Wein kostete, der Wasser gewesen war, und nicht wusste, woher er kam – die Diener aber wussten's, die das Wasser geschöpft hatten –, ruft der Speisemeister den Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann gibt zuerst den guten Wein und, wenn sie trunken sind, den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat. Es geschah zu Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn.

 

2.

Eine merkwürdige Geschichte ist das – nicht nur, weil uns das ausgelassene Feiern in großer Runde derzeit recht fremd geworden ist. Wer genau zuhört, dem fallen mehrere Ungereimtheiten in der Erzählung auf: Warum zum Beispiel werden zwar Jesus und seine Mutter genannt, aber von der Braut und dem Bräutigam erfahren wir nichts? Warum geht Jesus so barsch mit seiner Mutter um: „Was habe ich mit dir zu schaffen?“, sagt er; und warum wird ausgerechnet das erzählt. Und vor allem: Selbst wenn es ein größeres Fest war, warum wird so viel Wasser in Wein verwandelt – es ist ausgerechnet worden, dass das 600 Liter waren. Vor allem aber: Wozu soll das denn gut sein, dass Jesus für Wein auf einer Feier sorgt? Manche Ausleger haben von einem „Luxuswunder“ gesprochen, das doch völlig unnötig ist.

 

Ich bin der Überzeugung: Der Evangelist erzählt die Geschichte absichtlich so holprig. Er will uns als Lesende und Hörende damit aufrütteln: Schaut genauer hin! Dann merkt ihr: Es geht doch gar nicht um ein spektakuläres Schauwunder, es geht um das Erscheinen Jesu in unserer Welt. Und so müsst ihr all die Geschichten von Jesus lesen, dann könnt ihr die Tiefendimension des Evangeliums entdecken. 

So wird im Johannesevangelium (Kapitel 4) wenig später davon erzählt, dass Jesus eine Frau am Brunnen trifft, die Wasser schöpfen will. Doch Jesus bietet ihr das lebendige Wasser, das in uns eine Quelle für das ewige Leben werden kann (Johannes 4,14). Oder beim Wunder von der Speisung der Fünftausend (Kapitel 6): Während die Leute über die Sättigung mit den Broten staunen, geht es doch um ein Zeichen, das auf Jesus weist, der sagt: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.“ (Johannes 6, 35)

 

So geht es auch bei der Geschichte aus Kana nur vordergründig um eine Feier, bei der Jesus dem Bräutigam mit einem kleinen Schauwunder aus der Patsche hilft. Die Geschichte wird erzählt, weil die Herrlichkeit Jesu erscheint. Er bringt den Menschen Freude, die über unseren Alltag hinausgeht. So verstehe ich auch das merkwürdige Gespräch zwischen Jesus und seiner Mutter. Es gipfelt ja in dem Satz Jesu: „Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“ Damit ist ja nicht gemeint, dass der Wein erst später am Abend auf den Tisch kommen darf, sondern ich sehe darin einen Hinweis: Dass Jesus in seiner Herrlichkeit kommt, das steht noch aus. Die wahre Freude und die Fülle des Lebens werden einst im Reich Gottes sein. Jesus ist der wahre Freudenmeister, der uns diese ewige Freude jetzt schon ahnen lässt – vielleicht auch in einer ausgelassenen Feier. 

 

3. 

Das gemeinsame Feiern ist uns im zurückliegenden Jahr wegen der Kontaktbeschränkungen nicht wie gewohnt möglich gewesen. Wenn ich zurückdenke: In meinem Umfeld wurden Feiern zu runden Geburtstagen und andere Familienfeiern wegen Corona abgesagt oder verschoben. Mit den fehlenden Feiern sind auch Anlässe zur Freude abhandengekommen. Ich erlebe derzeit viele, die müde und freudlos in dieses neue Jahr gegangen sind. Wahrscheinlich hat genau das auch Weihnachten und Jahreswechsel in den zurückliegenden Wochen so beschwert. Ja klar, man kann Weihnachten und Silvester auch im kleinsten Kreis begehen, aber die festliche Freude des Weihnachtsgottesdienstes und einer Feier im Familien- oder Bekanntenkreis fehlt vielen dann doch. Man kann auch ohne Feste Freude erfahren, aber zu umfassender Lebensfreude gehören dann doch auch Fest und Feier.  

Die Geschichte von der Hochzeit zu Kana höre ich darum in diesem Jahr viel deutlicher als Hoffnungsgeschichte: Auch wenn wir derzeit eher müde und bedrückt sind: Jesus wird erscheinen in seiner Herrlichkeit und wir werden die Freude des Reiches Gottes erfahren. „Meine Stunde ist noch nicht gekommen“, die Worte Jesu höre ich heute voller Sehnsucht. 

 

4.

Die Freude am Leben, das Feiern von Festen: das gehört zu einem guten Leben dazu. Das ist nicht nur im persönlichen Bereich so, es gilt auch für das öffentliche und politische Leben. 

In den USA wird in der kommenden Woche Joe Biden in sein Amt als Präsident eingeführt. In der Vergangenheit war das immer ein großer Festakt. Doch in diesem Jahr will das aus doppeltem Grund nicht gelingen: Zum einen verbietet die Corona-Pandemie größere Menschenansammlungen, zum anderen werden Ausschreitungen wie vor zehn Tagen befürchtet: Da hatten sich ja viele Anhänger Trumps in Washington versammelt, und nach einer aufwiegelnden Rede des Noch-Präsidenten hat eine Meute radikalisierter Personen das Kapital gestürmt.

Von Hass und Gewalt war dieser Tag geprägt, das Gegenteil von dem, was Jesus den Menschen bringt, wo er erscheint: Liebe, Freude und Frieden. Weit weg sind wir von der festlichen Freude, nach der sich die meisten doch so sehnen. Bei der Amtseinführung Bidens können alle aufatmen, wenn alles ordentlich über die Bühne geht.

 

Doch vorher gibt es noch einen anderen Feiertag in den USA: Seit mehr als 35 Jahren ist der 3. Montag im Januar gesetzlicher Feiertag zur Erinnerung an Martin Luther King. Morgen wird also landesweit an den baptistischen Pastor und Bürgerrechtler gedacht. Mit Mitteln des gewaltfreien Widerstands hatte er gegen die Diskriminierung Schwarzer in den USA gekämpft. Bekannt ist insbesondere seine Rede, die er 1963 in Washington vor 250.000 Menschen gehalten hat: „I have a dream – ich habe einen Traum“. Damals sagte er unter anderem: „Ich habe einen Traum, dass eines Tages die Söhne von früheren Sklaven und die Söhne von früheren Sklavenbesitzern auf den roten Hügeln von Georgia sich am Tisch der Bruderschaft gemeinsam niedersetzen können. … Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden.“

Die Erfüllung dieses Traums steht noch aus. Das war 1963 so, und es ist heute nicht anders. Die Bewegung „Black lives matter“ zeigt auf, wie viel Ungerechtigkeit bis heute erfahren wird. Das wird am Martin-Luther-King-Tag morgen sicherlich auch zur Sprache kommen. Doch Martin Luther King hat gezeigt, wie viel die Hoffnung jetzt schon in Bewegung bringen kann – die Hoffnung, dass die Herrlichkeit des Herrn offenbart wird, wie er selbst in seiner Rede sagte.

 

5. 

Diese Hoffnung kann auch uns und unser Umfeld ermutigen. Meine Stunde ist noch nicht gekommen, sagt Jesus, aber eines Tages wird er in seiner Herrlichkeit erscheinen und Frieden und Freude bringen. Und noch mehr: In der Geschichte von der Hochzeit in Kana hatte Jesus kaum gesagt, dass seine Stunde noch nicht gekommen ist, da geschieht schon das Zeichen: aus dem Wasser wird köstlicher Wein. Das Reich Gottes steht noch aus, das Reich des Friedens und der ewigen Freude. Und dennoch: Jetzt schon geschehen Zeichen und Wunder: Zeichen der Freude, die Jesus bringt.

 

Das ist nicht nur vor 2.000 Jahren so gewesen oder bei Martin Luther King. Die Zeichen des Freudenmeisters können auch wir erfahren. Nicht erst, wenn die Pandemie zu Ende ist, sondern auch jetzt schon. Vielleicht mitten bei der Arbeit im Homeoffice oder bei einer Begegnung mit Sicherheitsabstand und Maske; vielleicht auch mitten im Alleinsein oder in einem unserer Gottesdienste. Da ist auf einmal ein Funke Hoffnung, da blitzt Freude auf und Frieden macht sich breit. Gegen alle Müdigkeit und Verzagtheit. Jesus erscheint und verwandelt uns. Man muss es nur erwarten und entdecken. Da kann es helfen, in einen alten Vers aus dem Gesangbuch einzustimmen (EG 396,4):

 

„Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein.

Denen, die Gott lieben, muss auch ihr Betrüben lauter Freude sein.

Duld ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude.“ 

 

Lasst uns  beten:

 

Herr Jesus Christus,

als Freudenmeister erscheinst du in unserer Welt. Darum preisen wir dich und beten zu dir:

 

Wir bitten dich für uns und für alle, die müde und erschöpft sind durch die Folgen der Pandemie; wir bitten dich für die, die sich infiziert haben und für die Menschen in den Krankenhäusern; wir bitten dich für die, denen es an Arbeit fehlt und für die, die zu viel Arbeit haben; wir bitten dich für die, die einsam sind, und für alle, denen persönliche Kontakte fehlen.

Wir bitten dich um Hoffnung und Mut für jeden neuen Tag und rufen zu dir: Komm, Herr Jesus!

 


Wir bitten dich für uns und für alle, die unter Hass und Gewalt in der Nähe und in der Ferne leiden; wir bitten dich für die Verantwortlichen in den USA; für die Menschen voller Angst und auch für die Wütenden; wir bitten dich für alle, die wegen ihrer Herkunft oder Hautfarbe Nachteile erleiden, in den USA und an vielen Orten dieser Erde.

Wir bitten dich um Gerechtigkeit und Frieden besonders in Washington und rufen zu dir: Komm, Herr Jesus!

 

Wir bitten dich für uns und für alle, die sich sehnen nach Frieden und Gerechtigkeit; die auf dein Reich der Freude warten und die schon jetzt zu einem guten Leben anstiften wollen.

Wir bitten dich um Liebe und Freude für unser Leben und rufen zu dir: Komm, Herr Jesus!

Vaterunser

Segen

Öffnen Sie Ihre Hände und sprechen Sie:

Gott segne mich und behüte mich.

Gott lasse sein Angesicht leuchten über mir und sei mir gnädig.

Gott erhebe sein Angesicht auf mich und gebe mir Frieden. Amen

Ansprechpartner:

Pastorin Gundula Albroscheit: Sprechstunde montags von 10.00 bis 11.00 Uhr, Tel. 05543-999747 oder nach Vereinbarung.
 E-Mail: kg.escherode-nieste@evlka.de
Hilgenschläde 4, 34355 Staufenberg-Escherode

Pfarrbüro:
Pfarramtssekretärin Frau Wiemer
Tel. (05543) 999747 | Fax (0561) 961918.
Montags 10 – 12 Uhr und donnerstags: 9-12 Uhr.

Küsterin Escherode: Frau Melanie Lemm, 05543-910370

Küsterin Nieste: Frau Esther Kretz, 05605-70301.

Küsterin Nienhagen: Frau Daniela Gelbhardt, 05543-930030

Friedhof Escherode

Beauftragter des Kirchenvorstandes Herr Siegfried Bretthauer, Tel. 05543-1810.

Lutherrose


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