Gottesdienst am Karfreitag

Glocken läuten- Stille 

Begrüßung 

 

Liebe Gemeinde, 

herzlich willkommen zu unserem Gottesdienst am Karfreitag.
 Jetzt sind wir da.
 Wir sind müde. Wir sind wach.
 Uns fällt das Leben gerade leicht und es fällt uns schwer.
 Wir wissen viel, und wir wissen nichts. 
 Sind beieinander und an verschiedenen Orten.
 Und alle sind wir Menschen, die Gott brauchen. 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
 

Lied:“ Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken“ 

1) Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken,die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 

2) Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden
 und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen: 

3) welch wundervoll hochheiliges Geschäfte!Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte,mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 

7) Da du dich selbst für mich dahingegeben,
 wie könnt ich noch nach meinem Willen leben? Und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre. 

Impuls: 

Heute ist Karfreitag. Der schwarze oder traurige Freitag.
Wir denken mit vielen Christen an Jesus und seinen Tod.
Wir gehen zu seinem Kreuz und betrachten es.
Was hat das alles für einen Sinn?
Warum musste Jesus sterben? Diese Frage hat schon viele bewegt. 

Eine Antwort gibt Dietrich Bonhoeffer. Er dichtet ein dreistrophiges Lied: 

Menschen gehen zu Gott in ihrer Not.
Menschen gehen zu Gott in seiner Not.
Gott geht zu allen Menschen in der Not 

Menschen gehen zu Gott in ihrer Not,
flehen um Hilfe, bitten um Glück und Brot
um Errettung aus Krankheit, Schuld und Tod.
So tun sie alle, alle, Christen und Heiden.
Menschen gehen zu Gott in Seiner Not,
finden ihn arm, geschmäht, ohne Obdach und Brot,
sehen ihn verschlungen von Sünde, Schwachheit und Tod.
Christen stehen bei Gott in Seinen Leiden.
Gott geht zu allen Menschen in ihrer Not,
sättigt den Leib und die Seele mit Seinem Brot, stirbt für Christen und Heiden den Kreuzestod und vergibt ihnen beiden. 

 

An Karfreitag dreht sich alles um. Die Welt wird auf den Kopf gestellt. Der Himmel ist ganz unten in der Tiefe. Bei uns Menschen. 

 

Psalm 22 

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne. 3 Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht, und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe.4Aber du bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels. 5 Unsere Väter hofften auf dich; und da sie hofften, halfst du ihnen heraus. 6 Zu dir schrien sie und wurden errettet, sie hofften auf dich und wurden nicht zuschanden.12 Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe; denn es ist hier kein Helfer.20 Aber du, HERR, sei nicht ferne; meine Stärke, eile, mir zu helfen!

Gebet 

Jesus, du Sohn Gottes,
heute denken wir an deinen schweren Weg in den Tod.
Es ist dir nicht leicht gefallen.
Du hast geweint und große Angst gehabt.
Aber dann bis du diesen Weg doch gegangen.
Hast gelitten ohne Wenn und Aber. Wir danken dir dafür. 

 

Lied:“ Holz auf Jesu Schulter“ 

97:1 Holz auf Jesu Schulter, von der Welt verflucht, ward zum Baum des Lebens und bringt gute Frucht. Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn. Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn. 

97:2 Wollen wir Gott bitten, dass auf unsrer Fahrt Friede unsre Herzen und die Welt bewahrt. Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn. Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn. 

97:3 Denn die Erde klagt uns an bei Tag und Nacht. Doch der Himmel sagt uns: Alles ist vollbracht! Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn. Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn. 

97:4 Wollen wir Gott loben, leben aus dem Licht. Streng ist seine Güte, gnädig sein Gericht. Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn. Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn. 

97:5 Denn die Erde jagt uns auf den Abgrund zu. Doch der Himmel fragt uns: Warum zweifelst du? Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn. Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn. 

97:6 Hart auf deiner Schulter lag das Kreuz, o Herr, ward zum Baum des Lebens, ist von Früchten schwer. Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn. Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn. 


Bibeltext: Johannes 19,16-20.25-31; Übersetzung: Hoffnung für Alle 

An Karfreitag hören wir die Geschichte der Passion Jesu, wie sie der Evangelist Johannes erzählt: 

16 Da gab Pilatus nach und befahl, Jesus zu kreuzigen. 17 Sein Kreuz trug er selbst aus der Stadt hinaus zu dem Ort, der »Schädelstätte« genannt wird, auf Hebräisch »Golgatha«. 18 Dort nagelten sie ihn ans Kreuz. Mit ihm wurden noch zwei andere Männer gekreuzigt, der eine rechts und der andere links von ihm. Jesus hing in der Mitte. 19 Pilatus ließ ein Schild am Kreuz anbringen, auf dem die Worte standen: »Jesus aus Nazareth, der König der Juden«. 20 Die Stelle, an der Jesus gekreuzigt worden war, lag nahe bei der Stadt. 

25 Bei dem Kreuz, an dem Jesus hing, standen seine Mutter und ihre Schwester, außerdem Maria, die Frau von Kleopas, und Maria aus Magdala. 26 Als Jesus nun seine Mutter sah und neben ihr den Jünger, den er sehr lieb hatte, sagte er zu ihr: »Das ist jetzt dein Sohn!« 27 Und zu dem Jünger sagte er: »Sie ist jetzt deine Mutter.« Von da an nahm der Jünger sie zu sich in sein Haus. 

28 Jesus wusste, dass nun sein Auftrag erfüllt war. Doch die Vorhersage der Heiligen Schrift sollte voll und ganz in Erfüllung gehen, darum sagte er: »Ich habe Durst!« 29 In der Nähe stand ein Krug mit Essigwasser. Die Soldaten tauchten einen Schwamm hinein, steckten ihn auf einen langen (Ysop)-Stab und hielten Jesus den Schwamm an den Mund. 30 Nachdem Jesus ein wenig davon probiert hatte, rief er: »Es ist vollbracht!« 

Dann ließ er den Kopf sinken und starb. 31 Das alles geschah am Tag vor dem Passahfest, das in diesem Jahr auf einen Sabbat fiel. 


Lied:“O Haupt voll Blut und Wunden“ 

1) O Haupt voll Blut und Wunden,
voll Schmerz und voller Hohn,
o Haupt, zum Spott gebunden
mit einer Dornenkron, o Haupt,
sonst schön gezieret
mit höchster Ehr und Zier,
jetzt aber hoch schimpfieret:
gegrüßet seist du mir! 

2) Du edles Angesichte,
davor sonst schrickt
und scheut das große Weltgewichte:
wie bist du so bespeit,
wie bist du so erbleichet!
Wer hat dein Augenlicht,
dem sonst kein Licht nicht gleichet,
so schändlich zugericht'? 

8) Wenn ich einmal soll scheiden,
so scheide nicht von mir,
wenn ich den Tod soll leiden,
so tritt du dann herfür;
wenn mir am allerbängsten
wird um das Herze sein,
so reiß mich aus den Ängsten
kraft deiner Angst und Pein. 


Predigt 

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN 

Jes. 53,3-12 

Aber wer glaubt dem, was uns verkündet wurde, und wem ist Gottes Arm offenbart? Er schoss auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und Hoheit. Wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg, darum haben wir ihn für nichts geachtet. 

Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, damit wir Frieden hätten. Und durch seine Wunden sind wir geheilt. 

Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aber Gott warf alle unsere Sünde auf ihn. Als er gemartertwar, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das vor einem Scherer verstummt, tat er seinen Mund nicht auf. Er ist aus Angst und Gericht hinweggenommen. Wer aber kann sein Geschick ermessen? Denn er ist aus dem Land der Lebendigen weggerissen, da er für die Missetat meines Volkes geplagt war. Und man gab ihm sein Grab bei den Gottlosen und bei den Übeltätern, als er gestorben war, wiewohl er niemand Unrecht getan hat und kein Betrug in seinem Mund war. So wollte ihn Gott zerschlagen mit Krankheit. 

Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, wird er Nachkommen haben und in die Länge leben, und Gottes Plan wird durch seine Hand gelingen. Weil seine Seele sich abgemüht hat, wird er das Licht schauen und die Fülle haben. Und durch seine Erkenntnis wird er, der Gerechte, mein Knecht, den vielen Gerechtigkeit schaffen, denn er trägt ihre Sünden. Darum will ich ihm die Vielen zur Beute geben und er soll dieStarken zum Raub haben, dafür dass er sein Leben in den Tod gegeben hat und den Übeltätern gleichgerechnet ist und er die Sünde der Vielen getragen hat und für die Übeltäter gebeten. 

 

Liebe Gemeinde! 

Eines der schlimmsten Schimpfwörter, mit dem sich junge Leute heutzutage bedenken können, heißt „Du Opfer“. Damit wird jemanden nicht nur der Stempel aufgedrückt, in seinem Leben nicht zurecht zu kommen, es nicht im Griff zu haben. Sondern gleichzeitig wird der- oder diejenige auch zum Freiwild für andere erklärt, so nach dem Motto „mit Dir kann man es ja machen.“ 

Tatsächlich ist es so, dass ein Mensch, der einmal von anderen zum Opfer erklärt wurde, dann auch die Häme der anderen auf sich zieht, die gar nichts damit zu tun haben. Kaum ein Außenstehender widerspricht der Verurteilung oder stellt sich gar offen dagegen, aus Angst, selbst ins Visier der Übeltäter zu gelangen. Der Begriff „Mobbing“, ob am Arbeitsplatz oder in der Schule, ist in unseren Tagen allen bekannt. Die Sache als solche ist aber älter, früher nannte man das „Intrige“ – Menschen werden hilflos gemacht, ausgebremst, hintergangen. Das Ganze geschieht so gezielt und geschickt, dass sich kaum etwas nachweisen lässt. Und der oder die Betroffene ist neben den verdeckten Angriffen eben auch noch dem Vorwurf ausgesetzt, falsche Anschuldigungen auszusprechen oder sich nicht gewehrt zu haben: „Du Opfer“. Und tatsächlich tragen solche Opfer sehr viel bei zum Frieden in einer Klasse oder einer Arbeitsgemeinschaft: Weil eben einer immer alles auf sich nimmt, werden die anderen in Ruhe gelassen und können miteinander klüngeln. Mitläufer eben, die dritte Rolle neben Opfern und Tätern. 

So lange einer im Blickfeld der Übeltäter ist, kommen wir vielleicht ohne Schaden davon, so mögen sich die Mitläufer denken. Auf diese Weise wird der Geschädigte zum klassischen Sündenbock. 

Das Wort „Sündenbock“ ist uralt, es kommt aus der jüdischen Religion und beschreibt den Schafsbock, der geopfert wird als Sühnopfer. Durch dieses Opfer sollen die Sünden, die ein Mensch oder eine Menschengruppe begangen hat, gesühnt werden. 

Auch in unserem Predigttext hat dieses Bild Aufnahme gefunden: Der Gottesknecht, der da alles auf sich nimmt, wird mit einem Lamm verglichen, das zur Schlachtbank geführt wird und vor seinem Scherer verstummt. Ein Bild, das zur Entstehungszeit des Textes, wahrscheinlich kurz nach dem babylonischen Exil, also etwa im fünften Jahrhundert vor Christus jedem, geläufig war. Nicht nur das Bild vom Schaf an der Schlachtbank war geläufig. Auch das Bild vom Verlierer. Von Menschen, die alles verloren hatten, in die Verbannung geführt wurden, keine Hoffnung mehr haben konnten. Letzteres war aus eigenem Erleben geläufig, also mehr als ein Bild, das man nur ansieht. Sondern eine Erfahrung, die einen auf Generationen prägt und die Frage offen lässt: Wie konnte das geschehen, warum musste das geschehen? 

Statt die Schuld bei sich selbst zu suchen, ist eine andere Lösung naheliegend: Die Sache auszugrenzen, die Schuld jemand anderem in die Schuhe zu schieben und selbst mit der Überzeugung weiterzuleben: Ich kann ja nichts dafür, ich konnte ja nichts machen. 

Mitläufer, Täter und Opfer. Alle drei Sichtweisen sind uns bekannt. Alle drei Sichtweisen haben wir wohl schon einmal eingenommen. In unserem Predigttext geht es um das Opfer. Um den, der alles auf sich nimmt, der sich nicht wehrt. Und dadurch noch mehr Häme auf sich zieht: „Was ist denn das für einer, der sich das alles gefallen lässt, warum macht der so gar keine Anstalten, die Rolle zu wechseln und sein Leben zum Besseren zu wenden?“ 

Verachtet und krank, nichts wert, da sieht man am besten gar nicht hin. Sonst trifft einen das Unglück noch selbst. Denn, so war die Überzeugung damals: Wer so tief getroffen ist, der hat etwas falsch gemacht. Und das färbt ab auf andere. Unglück grenzt aus, stigmatisiert. Das ist bis heute oft so geblieben. 

Immer wieder haben Christen dieses Bild auf Jesus übertragen. Die alten Gottesknechtslieder, es gibt mehrere davon, wurden als Prophezeiung gesehen, die schon 500 Jahre vor Christus auf ihn hinweisen. Martin Luther geht in dieser Deutung sogar so weit, dass er die Worte in seiner Übersetzung angeglichen hat. Sie erinnern sich an den Text aus Jesaja 11, den wir an Weihnachten hören: „Ein Reis wird hervorgehen aus der Wurzel Isais“. Und nun heute: „Ein Reis schoss vor ihm aus, wie ein Wurzel.“ 

Im hebräischen Urtext stehen dort allerdings unterschiedliche Worte, die man eigentlich einmal übersetzen müsste mit „starker Ast“ und im anderen Fall mit „schwacher Zweig“ – aber schon Martin Luther war überzeugt: „hier ist von Jesus die Rede, dem neuen Zweig aus der alten Wurzel.“ Und hat kurzerhand beides gleich gedeutet. 

Es leuchtet ein, dass dieses Bild auf Jesus übertragen wurde. Wenn wir uns seinen Tod ins Gedächtnis rufen, die Bilder, die davon gezeichnet wurden, die Kreuzigungsdarstellungen in katholischen und lutherischen Kirchen, dann sehen wir ihn: Das Opfer. 

Geschlagen und von Gewalt gezeichnet. Hilflos. 

In den unierten Kirchen allerdings ist das Kreuz leer. Und deutet damit auf etwas hin, was niemand am Karfreitag ahnen konnte, und das überhaupt niemand ahnen kann, der sich mitten im allertiefsten Leid befindet: 

Es gab, es gibt, nicht nur einen Ausweg. Sondern das Leid an sich enthält eine Botschaft. Das Leid des Gottesknechts bedeutet, dass es für andere aufwärts geht. „ER trug unsere Krankheit und lud unsere Schmerzen auf sich…die Strafe liegt auf ihm, damit wir Frieden hätten.“ So heißt es im Predigttext über diesen namenlosen Unbekannten, der für uns eintritt. Kein Wunder, dass die Worte auf Jesus übertragen wurden. 

Es gibt sie, diese Menschen, die für andere eintreten. Die etwas auf sich nehmen, um anderen Erlösung zu bringen. 

Mir fällt spontan der russische Systemkritiker Nawalny ein, der in Deutschland in Sicherheit war, nachdem man versucht hatte, ihn zu vergiften. Und statt dort zu bleiben, sich zurück nach Russland begab, wo man ihn sofort ins Gefängnis steckt. Als Begründung für seine Rückkehr gab er unter andrem an, für sein Volk und dessen Rechte eintreten zu wollen. Von Joan Baez, der berühmten Friedensaktivistin, die sogar im belagerten Sarajewo in der kugelsicheren Weste sang, stammt der Satz: „Hingabe – mehr braucht man nicht, um zu beweisen, dass das Leben lebenswert ist“ 

Es gab sie und hat sie immer gegeben: Hingebungsvolle Menschen. Oft haben sie Erwähnung gefunden, sogar Bewunderung. Vor allem aber haben sie eines geschafft: Sie haben die Rolle gewechselt, haben sich selbst vom Opfer zum „Täter des Wortes“ gemacht. Sie haben sich nicht das Rückgrat brechen lassen, sondern haben gehandelt. 

An Karfreitag hat es so ausgesehen, als sei Jesus endgültig besiegt worden. Er hat es wohl selbst so erlebt, davon zeugen seine Worte am Kreuz: „Mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ Es gibt genug Situationen in unserem eigenen Leben, wo wir das nur noch so sehen können: „Gott hat uns im Stich gelassen.“ Situationen, in denen es keine Antwort auf die Frage nach dem „woher“ und dem „warum“ gibt. Situationen auch, in denen sich viele von uns abwenden, aus Angst, ebenfalls betroffen zu werden von diesem Unglück. Auch das hat Jesus erlebt. Situationen auch, mit denen man nicht anders umgehen kann, als sie auszuhalten. Viele von uns erfahren den derzeitigen Ausnahme-Corona-Zustand als solche Zeit. Und manche, die etwa auf den Intensivstationen arbeiten, beurteilen das ganz zu Recht so: Sie treten für andere ein, nehmen auf sich, was auf den Schultern anderer liegt. 

Aber dieses füreinander Eintreten, unsere Hin-Gabe: Das macht uns von Opfern zu „Tätern des Wortes“. Das macht uns zu Menschen, die nicht mundtot gemacht werden, sondern handeln. Das macht uns zu Menschen, die Gott auf ihrer Seite haben, die nicht verloren gehen. Keiner hätte geahnt, dass dieser Kreuzestod Jesu eine solche Bewegung nach sich zieht, dass noch heute 2030 Jahre später nicht nur davon geredet wird, sondern dass wir immer noch dadurch gerettet werden und dadurch eine Hoffnung haben. 

Meine Hoffnung ist, dass wir Menschen in der Nachfolge Jesu die Opferrolle und die Mitläuferrolle nicht mehr nötig haben. Sondern dass wir zu hingebungsvollen Menschen werden, die für ihren Glauben und ihre Mitmenschen eintreten. Wenn wir manchmal zu müde werden, zu ängstlich, zu zweifelnd, dann können wir uns an Jesu Kreuz einfinden. Am Kreuz, das uns zum Zeichen dafür geworden ist, dass es weitergeht. Der, der ganz unten war ist der, der uns Leben möglich gemacht hat. Gottes Knecht, Gottes Magd, mit denen Gott noch ganz viel vorhat. An Ostern haben wir es erlebt, an Ostern werden wir es erleben. 

 

Lied:“Ein Lämmlein geht “ 

1) Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld
 der Welt und ihrer Kinder;
 es geht und büßet in Geduld
 die Sünden aller Sünder;
 es geht dahin, wird matt und krank,
 ergibt sich auf die Würgebank,
 entsaget allen Freuden,
 es nimmet an Schmach, Hohn und Spott,
 Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod
 und spricht: »Ich will’s gern leiden.« 

2) Das Lämmlein ist der große Freund
 und Heiland meiner Seelen;
 den, den hat Gott zum Sündenfeind
 und Sühner wollen wählen:
 »Geh hin, mein Kind, und nimm dich an
 der Kinder, die ich ausgetan
 zur Straf und Zornesruten;
 die Straf ist schwer, der Zorn ist groß,
 du kannst und sollst sie machen los
 durch Sterben und durch Bluten.« 

3) »Ja, Vater, ja von Herzensgrund,
 leg auf, ich will dir’s tragen;
 mein Wollen hängt an deinem Mund,
 mein Wirken ist dein Sagen.«
 O Wunderlieb, o Liebesmacht,
 du kannst – was nie kein Mensch gedacht -
 Gott seinen Sohn abzwingen.
 O Liebe, Liebe, du bist stark,
 du streckest den in Grab und Sarg,
 vor dem die Felsen springen. 

Gebet 

Gott nahe sein. In der Krankheit und im Leiden.
 Gott spüren. Mit den Fragen und den Brüchen meines Lebens.
 Mitten in den Nöten dieser Welt.
 

In der Stille sagen wir Gott, was uns das Herz beschwert und umtreibt 

Stille 

Wir vertrauen auf die Kraft der göttlichen Liebe.
 Sie ist größer als unser Leid und mächtiger als unsere Schuld.
 Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab,
 auf dass alle, die an ihn glauben,
 nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. 


Das Vaterunser 

Vater unser im Himmel.
 Geheiligt werde dein Name.
 Dein Reich komme.
 Dein Wille geschehe,
 wie im Himmel, so auf Erden.
 Unser tägliches Brot gib uns heute.
 Und vergib uns unsere Schuld,
 wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
 Und führe uns nicht in Versuchung,
 sondern erlöse uns von dem Bösen.
 Denn dein ist das Reich
 und die Kraft und die Herrlichkeit
 in Ewigkeit. Amen. 

Lied:“Korn, das in die Erde fällt“ 

1. Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt, / Keim, der aus dem Acker in den Morgen dringt - / Liebe lebt auf, die längst erstorben schien: / Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün. 

2. Über Gottes Liebe brach die Welt den Stab, / wälzte ihren Felsen vor der Liebe Grab. / Jesus ist tot. Wie sollte er noch fliehn? / Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün. 

3. Im Gestein verloren Gottes Samenkorn, / unser Herz gefangen in Gestrüpp und ­ Dorn - / hin ging die Nacht, der dritte Tag erschien: / Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün. 


Segen 

Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir seinen  Frieden. 

Die Vorkonfirmanden 2020 stellen sich vor:


Vorkonfirmanden Escherode: v.l. Lisa Wichmann, Samuel Herwig, Felix Strippel, Vanessa Strippel, Lilly Klok und Marlene Hayessen


Vorkonfirmanden Nienhagen: v.l. Emilio Paffrath, Leonie Schomberg, Marc Kaufmann 
und Mia Bräutigam


Vorkonfirmanden Nieste: v.l. Lea Böttcher, Jan-Luka Popp, Joy Kesten, Paula Schmidt
und Mica Bachmnn (es fehlt Niklas Küllmer)



Frauenfrühstück

Findet momentan nicht statt!

Ansprechpartnerin Frau Bretthauer, Tel. 05543-1810.



Männerfrühstück

Findet momentan nicht statt!

Ansprechpartner Herr Biehl, Tel. 05543-1402.



Konfirmanden 



Ansprechpartnerin Frau Kraft, Tel. 05543-3723.